Lirum-larum

My Second Blog ...
 

Letztes Feedback

Meta





 

Project X47 - Ein Flug und eine Erinnerung I

Ich dachte mir ich nutze mal die Zeit während wir fliegen um ein wenig über dich zu erzählen, denn ich weiß du hast ja vieles vergessen. Schließlich bestand dein Leben ja noch aus mehr als nur Schule und Ausbildungen. Tatsächlich habe ich über dich eine ziemlich dicke Akte gefunden mit vielen verschiedenen Gutachten und Meinungen.

Wie jedes Kind hattest auch du 2 Elternteile, die allerdings sehr schnell verstorben sind. Du warst damals 6 Jahre. Sie starben beide bei einem verherrenden Autounfall als sie dich von deiner Oma abholen wollten. Daraufhin kamst du zu Pflegeeltern. Du warst noch viel zu jung um das alles zu verstehen, aber irgendwie scheint es auch gut gewesen zu sein, denn du hast deine Pflegeeltern als deine leibhaftigen Eltern akzeptiert.
Dein IQ lag immer weit über der Norm, aber dein emotionaler Quotient, also die Fähigkeit emotional zu agieren und zu reagieren war schon immer deutlich unter dem Durchschnitt. Du warst schon immer ein Einzelgänger und hattest oft Probleme im Umgang mit anderen Gleichaltrigen.

Du hattest immer hohe Ziele und hättest alles für deine Karriere getan. Du wolltest dein Abitur nachholen und etwas Studieren, aber du hast dich letztlich doch für das Militär entschieden, aber warum, dass ist hier nicht vermerkt.
Dein Wunsch war etwas zu Verändern, etwas zu Bewegen. Du warst wie man so schön sagt ein kleiner Revolutionär und trotz deiner schwierigen Persönlichkeit, die man fast als Misanthropie bezeichnen kann, hattest du viele und gute Freunde.

Ein Psychologe war schlichtweg von dir begeistert, von deiner starken Persönlichkeit, deinem Auftreten und deinem Umgang.
Doch ein Ereignis in deinem Leben hat alles verändert, hat vor allem dich und deine Persönlichkeit verändert - der Tod deines besten Freundes. Er starb bei einem Autounfall und du warst sozusagen live dabei. Dieser Verlust hat dich vielleicht zu dem gemacht was du jetzt bist. Ein starker Charakter mit einem weichen Kern. So zumindest die Aussage der meisten psychologischen Gutachter.

Du erinnerst dich, nicht wahr, James?

James wirkte sichtlich aufgewühlt und seine Gedanken wirbelten umher. Ihm schossen die Bilder seines Lebens durch den Kopf.
Er sah seine Eltern vor seinem geistigen Auge, seine Einschulung, seinen besten Freund, seine erste Freundin, seine erste Trennung und den Tod des Menschen, der ihm am meisten bedeutet hat.

Ist das was du gerade empfindest Trauer?
James nickte nur.
Ich wusste nicht zu welchem Empfindungen ihr Menschen fähig seid, aber es fühlt sich furchtbar an, ich bin froh das ich so etwas nicht empfinden muss.
Nunja die positive Nachricht ist du hast dein emotionales Gedächtnis wieder. Ich wusste, dass das klappen würde. Auch wenn es nicht beabsichtigt war das du eine so traurige Emotion wahrnimmst, aber scheinbar ist dies das schmerzlichste und einprägsamste Ereignis in deinem Leben bisher gewesen und damit eben auch der Schlüssel zu diesem Teil deines Gedächtnis.

James versuchte seine Tränen zurückzuhalten.
Er konnte sich an den Unfall erinnern als wenn er gerade passieren würde.
Es war ein Abend, eigentlich ein recht schöner lauwarmer Abend. James war mit seinem besten Freund in seinem Auto unterwegs. Die Beiden waren wie ein Herz und eine Seele. Ihre Verbindung zueinander war wie eine Seelenverwandtschaft und noch so viel mehr.
Sie waren auf dem Weg um etwas Einkaufen zu gehen. Sie wollten eine Party geben und brauchten noch ein paar gute Getränke. Sie kamen an diese Kreuzung und hatten eigentlich die Erlaubnis weiter fahren zu dürfen.
Mitten auf der Kreuzung blickte James zu ihm herüber. Er sah noch dieses andere Auto, wie die Scheinwerfer des Autos immer größer und heller wurden. Langsam wurde ihm bewusst, dass dieses Auto nicht bremsen würde. James wollte gerade etwas sagen, doch in diesem Moment war es schon zu spät, die beiden Wagen stießen in einem ohrenbetäubenden Knall aufeinander.
James und sein Freund flogen mitsamt dem Wagen über die halbe Kreuzung. Die Scheiben splitterten, das Auto drohte sich zu überschlagen und James schloss die Augen in der stillen Hoffnung dies sei ein Alptraum. Als er seine Augen wieder öffnete war alles vorbei.

17.5.11 00:02

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen